Klappbetten und Schlafsofas für kleine Wohnungen
Wer in einer kleinen Wohnung lebt und regelmäßig Besuch bekommt, kennt das Problem: Ein festes Gästebett frisst wertvollen Wohnraum, ein Luftbett ist auf Dauer keine Lösung. Zwischen diesen Extremen haben sich drei Bauarten etabliert, die sich platzsparend verstauen lassen – Klappbett, Truhenbett und ausziehbares Sofa. Jede hat ihre eigenen Stärken, und die Wahl hängt weniger vom Preis ab als von der Frage, wie oft und wie lange jemand darauf schlafen soll.
Das Klappbett, oft als Wandklappbett oder vertikales Schrankbett ausgeführt, verschwindet tagsüber vollständig in einem Schrank oder an der Wand. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Raum bleibt komplett nutzbar. Der Nachteil ist der Aufwand. Ein Klappbett muss vor jeder Nutzung auf- und nach jeder Nutzung abgebaut werden, und die Matratze leidet, wenn sie dauerhaft gefaltet oder hochgeklappt gelagert wird. Hochwertige Modelle mit Federkern und Lattenrost kosten entsprechend, günstige Varianten mit Schaumstoffmatratze taugen meist nur für gelegentliche Übernachtungen. Wer dagegen ein Sofa sucht, das sich ohne Umbau in ein Bett verwandeln lässt, sollte sich mit der Mechanik, der Matratzenstärke und den passenden Maßen auseinandersetzen, bevor er kauft – wie man ein Schlafsofa im Wohnzimmer richtig auswählen kann, entscheidet nämlich darüber, ob Gäste nach zwei Nächten erholt oder gerädert aufstehen.
Das Truhenbett kombiniert Liegefläche und Stauraum in einem Möbelstück. Unter der Matratze befindet sich ein großer Kasten, in dem Bettwäsche, Decken oder Kissen verschwinden. In kleinen Wohnungen ist das oft der einzige Ort, an dem sich saisonale Textilien sinnvoll unterbringen lassen. Der Haken: Ein Truhenbett ist ein festes Bett. Es lässt sich nicht zusammenklappen, sondern nimmt dauerhaft eine Fläche von mindestens 90 mal 200 Zentimetern ein. Wer den Raum vielseitig nutzen will, stellt es meist an die Wand und kombiniert es mit einem Sitzsack oder Hocker, um die Fläche tagsüber anders zu bespielen. Als Gästebett funktioniert es gut, wenn der Besuch ohnehin ein eigenes Zimmer bekommt.
Ausziehbare Sofas sind der Kompromiss zwischen Sofa und Bett und in den meisten kleinen Wohnungen die praktischste Lösung. Sie stehen tagsüber als Sitzgelegenheit im Wohnzimmer und werden abends per Zugmechanik, Klappmechanik oder Unterfederung zur Liegefläche. Entscheidend für den Schlafkomfort ist die Matratze: Eine dünne Schaumstoffauflage über einem Metallgestell ist für eine Nacht akzeptabel, für eine Woche nicht. Wer regelmäßig Gäste beherbergt, sollte auf ein Modell mit mindestens zwölf Zentimetern Matratzenhöhe und einem stabilen Lattenrost achten. Die Mechanik bestimmt zudem, wie viel Kraft der Aufbau kostet und wie viel Platz beim Ausziehen frei bleiben muss. Gemessen wird dabei immer die ausgezogene Liegefläche, nicht die Sitzbreite – ein Sofa mit 200 Zentimetern Sitzbreite kann eine Liegefläche von nur 140 Zentimetern haben. Wer diese drei Punkte vor dem Kauf prüft, findet ein Gästebett, das weder den Raum noch den Schlaf ruiniert.