Sofa-Federn und Gurte selbst spannen: Lohnt sich das?
Ein Sofa verliert mit den Jahren an Spannkraft. Das liegt selten am Polster selbst, sondern an den Federn und Gurten darunter. Wer regelmäßig auf derselben Stelle sitzt, drückt das Material dauerhaft zusammen. Die Folge: Eine Kuhle, die nach dem Aufstehen bleibt. Bevor man über einen Neukauf nachdenkt, lohnt sich ein Blick unter den Bezug. Oft ist die Konstruktion einfacher, als sie aussieht, und lässt sich mit überschaubarem Werkzeug nachspannen.
Ob sich das Nachspannen lohnt, hängt von drei Faktoren ab: Zustand des Rahmens, Art der Federung und Alter des Möbels. Bei einem Massivholzrahmen mit intakten Aufhängungen ist das Nachspannen fast immer sinnvoll. Handelt es sich um einen billigen Spanplattenrahmen, in dem die Befestigungspunkte bereits ausgebrochen sind, wird jede Reparatur zum Flickwerk. Auch die Federungsart entscheidet. Noch heute findet man in vielen Wohnungen ein durchgesessenes Sofa reparieren, indem man die Gurte neu verknotet oder die Federn mit Spanngurten zurückholt, doch dieser Ansatz stößt an Grenzen, wenn das Material bereits ermüdet ist. Wer sich unsicher ist, kann sich an eine Fachwerkstatt wenden und die Kosten mit einem Neukauf vergleichen.
Bei Gurten aus Gummi oder Elastikgewebe reicht oft schon das Nachziehen der Befestigungsschrauben. Manche Modelle haben verstellbare Spannschlösser, mit denen sich die Spannung stufenweise erhöhen lässt. Bei Wellenfedern, die mit Klammern am Rahmen fixiert sind, kann man die Klammern nachsetzen und die Federn mit einem Federzieher zurückbiegen. Taschenfederkerne lassen sich dagegen kaum nachspannen, weil jede Feder einzeln in einem Stoffschlauch sitzt. Hier hilft nur der Austausch ganzer Segmente, was aufwendig und teuer ist.
Ein Nachspannen ist keine Dauerlösung. Es gewinnt ein bis drei Jahre, je nach Nutzung. Wer danach wieder täglich auf derselben Stelle sitzt, wird das gleiche Problem erneut bekommen. Sinnvoll ist es vor allem bei hochwertigen Sofas mit solidem Rahmen, bei denen der Austausch des gesamten Möbels unverhältnismäßig wäre. Bei einem 15 Jahre alten Möbelstück vom Discounter lohnt der Aufwand selten. Hier ist der Neukauf meist die günstigere und bequemere Entscheidung.